(EINTRITT FREI, Spende erbeten)
PREMIERE: 15. November 2025, 20h
LETZTE VORSTELLUNGEN: Freitag, 16.01.2026, 19h30 und Freitag, 30.01.2026, 19h30
Zeitreise für ein Paar
(3 Anekdoten zur Kriegstüchtigkeit)
Triptychon: brecht / IONESCO / Büchner
im
Interkulturellen Zentrum BBK Linde
Wilhelm Gericke Str. 42 – 13437 Berlin
mit Vera Parakhina und Hanjo Breddermann
in der Inszenierung von Jürgen Nafti
Bertolt Brecht, geboren 1898 in Augsburg, starb 1956 in Berlin.
Wir präsentieren eines seiner in den frühen vierziger Jahren geschriebenen Flüchtlingsgespräche im Rahmen eines Triptychons gewissermaßen als Szenische Lesung für ein Publikum, das nur aus einem Paar besteht und sich 1789 cm entfernt von Helsinki befindet.


Der rumänische Autor Eugène Ionesco gilt mit seinen spektakulären Grotesken als Dramatiker eines „Theaters des Absurden“ (Martin Esslin).
Wir spielen im Rahmen des Triptychons den Monolog Wie man ein hartes Ei zubereitet angesiedelt in einer NGO 1789m vor den Toren der afghanischen Hauptstadt Kabul, jener Stadt, die von den USA besetzt wurde, vor allem als Waffenstützpunkt in Asien dienen sollte und dabei als „Verteidigung deutscher Interessen am Hindukusch“ firmierte.
Der im Alter von bereits 23 Jahren verstorbene Georg Büchner gilt als deutscher Dichter des Vormärz. Er schrieb gesellschaftskritische Stücke in Gegnerschaft zur romantischen Dichtung und zeigte literaturgeschichtlich betrachtet bereits „roten Saum“ (Ernst Bloch).
Wir zeigen die Jakobiner-Figur des St. Just mit seiner Rede vor dem Konvent aus dem Revolutionsdrama Dantons Tod als alten lateinamerikanischen Revolutionär – versetzt 1789 km von Paris entfernt, wo wir „komischerweise“ weit entfernt sind von den einst bürgerlich erträumten weltweiten Verhältnissen echter sozialer Gerechtigkeit und einem mit ihnen einghergehenden Weltfrieden unter dem Banner der Trikolore: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit …

Dieses Szenische Triptychon stellt die Barbarei imperialistischer Kriege in den Zusammenhang persönlicher und sozialer Verheerungen in der Zivilgesellschaft und verweist auf die Frage, inwieweit der Glaube an eine gerechte Weltordnung als realistische Basis für einen Weltfrieden überhaupt noch aufrecht erhalten bleiben kann: Wie kommt angesichts solchen geistigen Unbehaustseins…