THEATER

siehe

www.kunstbude-berlin.art/fuenfte-rampe-berlin/theater


Bertolt Brecht: Flüchtlingsgespräch

zur Interkulturellen Woche Berlin, 14. September 2025

im Interkulturellen Zentrum BBK Linde, Wilhelm-Gericke Str. 43, 13437 Berlin

LESUNG

Die in den frühen vierziger Jahre geschriebenen Dialoge der FLÜCHTLINGSGESPRÄCHE handeln vom Alltag der aus Deutschland Vertriebenen, vertreten durch den Intellektuellen Ziffel und den Arbeiter Kalle, die sich im Restaurant des Hauptbahnhofs von Helsinki über die Internationale Lage (deutsche Truppen haben Dänemark und Norwegen besetzt ud rücken in Frankreich vor) und die eigene Situation unterhalten.

Man muß kein Flüchtling unserer Tage sein, um zu verstehen, daß die Internationale Lage immer auch die Lage der eigenen Nation bedeutet. Man muß sich auch nicht mit der Lage von Flüchtlingen identifizieren, um überhaupt zu verstehen. Denn es ist schlimm genug, daß die Lage von damals mit der heutigen Lage objektiv latent identifizierbar ist – zumindest, was die beiden Texte angeht, die gelesen werden:

ZILLE – Hanjo Breddermann

KALLE – Jürgen Nafti

Filmprojekte

SOLIKO – eine kaukasische Begegnung

Diese Szene wurde aus Improvisationen mit den Schauspielerinnen Immogen Goodman und Vera Parakhina entwicklet. Sie handelt von einer Mutter, die in den Wirren des Krieges ihr Kind fortgegeben hat. (Dreharbeiten abgeschlossen im Juni 2025)

Rede des St. Just vor dem Konvent

Diese Szene aus Georg Büchners DANTONS TOD – ein Stück zu den Werten der Französischen Revolution – wird bearbeitet als Beitrag zum Widerstandsgeist gegen Ungerechtigkeit und „Kriegstüchtigkeit“: denn wo innerer Friede herrscht, braucht es keine äußeren Feinde … (Dreharbeiten ab Dezember 2025)

Sylvia Maisch (Theaterkeller Neuss, 1994)

Wie man ein hartes Ei zubereitet

Ionescos groteskes Kurzstück zeigt in unserer Bearbeitung eine alleinerziehende Mutter, die für eine NGO in einem Kriegsgebiet Entwicklungshilfe betreiben will, dabei ihr Kind opfern muß, als der Ort der Handlung unter Beschuß von Aufständischen gerät. (Dreharbeiten mit Vera Parakhina ab Dezember 2025)

Diejenigen Meinungen, die nicht vorzuherrschen scheinen, sind oft nicht die Meinung der Herrschenden. Aber gegen das bloße Meinen hilft die Urteilskraft.

70% der Bevölkerung wählt eine Politik gegen ihre eigenen Interessen. Das kommt davon, wenn fast die Gesamtheit der deutschen Medien in der Hand von 12 reichen Familien liegt, die die Politik für die reichen 10% der Bevölkerung macht. Diese veröffentliche Meinung braucht eine Gegenöffentlichkeit. Unser Theater ist ein öffentlicher Raum, in dem eine freie Diskussion trotz angeblicher Pressefreiheit noch möglich ist – im anschließenden Gespräch mit den Künstlern …